USA, 1961


Story:

In einer idyllischen Kleinstadt in Neuengland führen die jungen Lehrerinnen Karen und Martha eine private Mädchenschule. Ihr Leben läuft in geruhsamen Bahnen und sie haben sich in ihrer kleinen heilen Welt eingerichtet. Doch die Idylle wird gestört durch eine ihrer Schützlinge. Mary ist die Enkelin der einflussreichen Mrs. Tilford und hat schon früh gelernt, andere zu tyrannisieren. Als sie von Karen und Martha bestraft wird, rächt sie sich auf ihre Art und Weise: in einer Szene in der man nur sieht wie sie ihrer Großmutter ins Ohr flüstert, was sie angeblich im Haus beobachtet hat, erklärt sie, die beiden Lehrerinnen bei zärtlichen Umarmungen beobachtet zu haben. Das reicht aus, daß nicht nur sie, sondern auch alle anderen Mädchen von der Schule genommen werden und schon bald finden sich Martha und Karen isoliert und begafft wieder. Es dauert sogar einige Zeit bis sie endlich erfahren, was ihnen vorgeworfen wird und beide sind schockiert, haben sie sich doch nie das zu Schulden kommen lassen, was ihnen vorgeworfen wird. Doch ihre Beteuerungen nützen nichts und sogar vor Gericht glaubt man ihnen nicht. Sogar Karens Verlobter beginnt an der rein freundschaftlichen Beziehung zwischen den beiden zu zweifeln. Und dann macht Martha Karen auch noch ein Geständnis, das für Karen unglaublich klingt. Martha ist tatsächlich in sie verliebt und gibt sich die Schuld an allem was passiert ist. Schon bald darauf stellt sich heraus, daß Mary gelogen hat, doch für Martha ist es zu spät.

Kommentar:

Laut William Wyler geht es in diesem Film nicht um Homosexualität, sie wird nicht einmal beim Namen genannt, sondern um Lügen und wie sie Leute vernichten können. Auch solche netten, liebenswürdigen Frauen wie Martha und Karen, die sich in ihrem Leben nie haben etwas zu Schulden kommen lassen. Doch wie in so vielen Lügen ist auch in dieser ein Funke Wahrheit und so kann man, von Wyler nun beabsichtig oder nicht, in diesem Film beobachten, wie allein das Gerücht homosexuell zu sein, Leben ruinieren konnte (und heute z.T. auch noch kann). Martha verkörpert dabei die typische Homosexuelle der frühen Hollywoodfilme (soweit sie überhaupt sichtbar damals waren). Sie sieht sich selber als krank an und haßt sich zutiefst, für das was sie Karen und sich ihrer Meinung nach angetan hat (auch wenn sie ihre Gefühle nie ausgelebt hat und sich erst durch die Konfrontation mit der Lüge ihre eigenen Gefühle wohl wirklich eingesteht) und sie nimmt das Ende, das damals jede Lesbe nehmen musste, sogar die nun wirklich unter sehr viel Subtext verschüttete Lesbe in "Haunted": Den Tod. Es ist, wie Shirley McLaine und Besucher des Filmes es ausdrückten, man möchte sie bei den Schultern packen und einmal richtig durchschütteln und ihr erklären, daß es nichts gibt wofür sie sich schämen müsste. 
Shirley McLaine erzählte in "The Celluloid Closet", daß sie sich der damaligen Tragweite des Filmes nicht bewußt gewesen wären. Sie und Audrey Hepburn hätten sich nie darüber unterhalten und waren sich auch nicht bewusst, was für eine Rolle sie für das Selbstbewusstsein junger Lesben hätten spielen können. Heute setzt sich Shirley McLaine für die Rechte von Homosexuellen ein.
Für Wyler war dieser Film ein Remake seines eigenen früheren Films "infame Lügen" basierend auf dem Theaterstück von Lillian Hellman. 

Production Infos

The Childrens Hour,USA,1961,107 min,b/w 
Cast
Karen Wright  Audrey Hepburn 
Martha Dobie  Shirley MacLaine 
 
Crew
director William Wyler 
script John Michael Hayes
Lillian Hellman 
camera Franz Planer 
   
Links
Childrens Hour Page
 Audrey Hepburn Fanpage
 Tribute to Audrey Hepburn
 official Shirley MacLaine Page
 Shirley MacLaine Fanpage
 
Gossip:

Und das mirage schon im Alter von 6 als sie den Film das erste Mal sah, den Verlobten viel zu langweilig fand und wollte, daß die beiden Frauen alleine glücklich zusammen leben, hätte ihr schon früh zu denken geben sollen. Tja manche sind dann doch etwas langsam im merken :-)))

 

   
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