Deutschland, 2004


Story

Die Taschen sind gepackt, die Blumen gegossen und ein Ersatzschlüssel an den Nachbarn übergeben. Eigentlich ist Dora bereit für ihren Urlaub. Als es mitten in der Nacht stürmisch an der Türe klingelt kommt es jedoch ganz anders. "Ich hab ihn totgeschossen" vernimmt sie von ihrer Nachbarin Jola, die sie kaum kennt, und gewährt ihr trotzdem widerwillig Unterschlupf. Am nächsten Morgen versucht die unzugängliche Dora, Jola zu überreden sich der Polizei zu stellen, doch aus der Nacht werden mehrere und langsam gewöhnt sich die einsame Dora an ihren unerwarteten Besuch und findet Gefallen an der neuen Zweisamkeit. Als Dora jedoch erfährt, dass Jola unschuldig ist und es dem "Opfer" gut geht, verschweigt sie dies Jola, um sie weiterhin bei sich zu behalten. Sie möchte nicht noch einmal verlassen werden.

Kommentar

"Wer liebt, riskiert zu leiden. Wer nicht liebt, leidet schon" erfährt die schroffe abweisende Dora, die sich mit ihrer Einsamkeit scheinbar gut arrangiert hat, von Jola nicht nur wörtlich. Auf den zweiten Blick ist Nachbarinnen aber kein typischer Liebesfilm. Im Mittelpunkt steht der Prozess, den Dora durchmacht, um sich langsam von der Vergangenheit zu trennen und sich vorsichtig neuem zu öffnen.

Die Regisseurin, deren Abschlußarbeit "Nachbarinnen" war, gibt der Handlung genug Zeit und Raum, um diesen Prozeß glaubhaft darzustellen. Die beiden überzeugenden Schauspielerinnen tragen den Rest dazu bei. Der Raum, den Doras Entwicklung bekommt, wird leider bei Jola eingespart, die etwas eindimensional beschrieben wird. Gern würde man mehr von der Polin erfahren.

Production Infos

D, 2004, 88 min, color
Cast
Dora Dagmar Manzel
Jola Grazyna Szapolowska
   
 
Crew
director Franziska Meletzky
script Elke Rössler
camera Alexandra Czok
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