| Story
Nachdem Vita Sackville-West
von den Liebschaften ihres Mannes mit Männern erfährt (und
einer Geschlechtskrankheit die er sich dabei eingefangen
und an sie weitergegeben hat) ändert sich für sie alles.
Ihr bis dahin geordnetes aber enges Leben als Ehefrau und
Mutter zweier Söhne (neben ihrer Tätigkeit als Schriftstellerin
und Verlegerin) reichen ihr nicht mehr aus. Sie fühlt sich
nun frei genug, ihren Neigungen nachzugehen, auch der Liebe
zu ihrer Jugendfreundin Violet Trefusis. Ohne Rücksicht
auf Familie und Verlobten leben die beiden ihre Liebe aus.
|
| Kommentar
Als Vorlage für den von
der BBC produzierten Zweiteiler diente der gleichnamige
Roman (1973) von Vita- Sackville-Wests Sohn Nigel Nicholson,
dem die Aufzeichnungen seiner Mutter als Vorlage dienten.
Es ist wahrlich kein sehr sympathisches, aber wohl sehr
realistisches Bild, das der Sohn von seinen Eltern zeichnet.
Keine der Figuren ist ein wirklicher Sympathieträger, auch
wenn sie eigentlich ‚nur' in einer Gesellschaft voll einengender
Konventionen darum kämpfen so zu leben, wie sie möchten.
Letztendlich ist es jedoch etwas ‚Schnödes' wie Geld, das
ihre Beziehung zum Scheitern bringt. Der Film ist um Authentizität
bemüht und sogar die Schauspieler sehen ihren Vorbildern
ähnlich, doch vielleicht wäre in diesem Fall weniger mehr
gewesen und etwas mehr filmerische Freiheit hätte die Längen,
die dieser Film besitzt verhindert.
|
|
Gossip
Vita Sackville-West selbst
beschrieb die Liebesaffäre in ihrem Buch "The Challenge".
Doch die Affäre mit Violet Trefusis war bei weitem nicht
die einzige Liebesbeziehung die sie zu Frauen pflegte. Sie
war allgemein als Anhängerin Sapphos und Zerstörerin mancher
Ehe bekannt, da sie sich stets nahm, was sie wollte (auch
wenn es sich dabei um verheiratete Frauen handelte). Am
berühmtesten ist jedoch ihre langjährige Freundschaft mit
Virginia Woolf, die bis zu dem Selbstmord der Schriftstellerin
anhielt. Gerüchteweise hatten die beiden auch eine kurze
Liebesaffäre, was jedoch über die Jahre anhielt war eine
tiefe Liebe zueinander die von Eifersucht und Besitzansprüchen
nicht frei war. Woolf setzte ihrer Freundin mit dem Buch
"Orlando" dann auch ein Denkmal, in dem sie Vita in all
ihren Facetten in dieser nicht sehr schmeichelhaften 350
Jahre umspannende Biographie beschrieb. .
|
|
 |
Production
Infos
Portrait
of a Marrage
UK, 1990, 220 min, color
|