Canada, 1995


Story:

Camille unterrichtet an einem protestantischen College Mythologie und ist mit einem der anderen Professoren verlobt. Als man ihnen auch noch gemeinsam die Stelle als Dekan anbietet (natürlich nur unter der Bedingung, daß die beiden ihr Verhältnis legal machen), scheint das Glück perfekt. Doch dann stirbt Camilles Hund unter mysteriösen Bedingungen und da sie unfähig ist, ihn zu begraben, lagert sie ihn in ihrem Kühlschrank zwischen. In einem Waschsalon, wo sie über den Verlust ihres geliebten Hundes trauert, den sie wohl mehr liebte, als jeden anderen (Menschen eingeschlossen, wie sie selber zugibt) trifft sie auf Petra, ihres Zeichens Zirkusartistin und lässt sich von ihr trösten oder zumindest Taschentücher kaufen. Und da Petra auch noch kreativ ist und Camille unbedingt wiedertreffen will, vertauscht sie geschickt deren Wäsche mit ihrer, nicht ohne zuvor ihre Visitenkarte zwischen die Wäsche zu stecken. Und schon die Wäsche verrät Camille, daß Petra ein vollkommen anderer Mensch als sie ist. Petra beginnt heftigst um sie zu werben und schon bald kann sich Camille deren Charme nicht mehr entziehen. 

Kommentar:

Dieser Film kann wohl als das Märchen unter den "Lesbenfilmen" beschrieben werden. Wenn man nicht alles zu Ernst nimmt (besonders nicht das Ende mit dem Hund), hat man seinen Heidenspaß und es gibt wohl kaum einen Film, der so erotische Szenen wie dieser aufweist. Es ist eindeutig ein Film zum Träumen und so sieht man gerne einmal über all seine Schwächen hinweg nicht zuletzt aufgrund der wunderbaren Kameraführung und den poetischen Bildern. Die Geschichte weist einige Lücken auf, auch was die zeitliche Kontinuität betrifft (anders ist es nicht zu erklären, daß Petra vor einem Krankenwagen eintreffen kann) und mit unter verliert sich der Film in Schwarz-weiß Zeichnungen. Zwar behauptet die Autorin und Regisseurin, daß sie auch starke heterosexuelle Figuren schaffen wollte, aber dann werden wir mit einer Sexszene zwischen Camille und ihrem Verlobten konfrontiert, die eher an Rammeln erinnert, nur um kurz darauf gezeigt zu bekommen, wie erotisch und sanft dagegen lesbische Liebe/Sex ist (auch wenn mirage nicht unbedingt über ihr an einem Trapez schwingende Zwillinge braucht, die ihr beim Sex in der Manege zusehen können). Aber zum Happy end wird auch für die heterosexuellen, eindimensionalen Charaktere gesorgt, wenn Martin, Camilles Verlobter und die Zirkuszaussteigerin, die Beständigkeit im Leben sucht, am Ende aufeinander treffen. 

Production Infos

Wenn die Nacht beginnt,96 min,color 
Cast
Camille Baker  Pascale Bussières 
Petra Rachael Crawford 
   
Crew
director Patricia Rozema 
script Patricia Rozema 
camera Douglas Koch
   
Links
When Night is Falling Page
When Night is Falling Unofficial Page
Patricia Rozeme Homepage
 
Gossip:

Der Titel des Filmes stammt aus einem Zitat des Ingmar Bergman Films "Fanny und Alexander" und gewann den "Best Screen Award" auf dem Los Angeles Gay und Lesbian Film Festival und einen Silbernen Bären in Berlin. In Amerika sollte der Film zunächst NC-17 geratet werden (Filme wie "Basic Instinct" dagegen bekamen noch ein R), da eine solche Einstufung jedoch in USA mit einem Todesstoß gleichkommt, wurde er ohne Rating veröffentlicht.

Rozema führte ebenfalls Regie in dem Film "Gesang der Meerjungfrauen" und in "Mansfield Park", in dem übrigens Frances O´Connor, die in "Liebe und andere Katastrophen" die Mia spielte, die Hauptrolle spielte.

 

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