D, 2003


 
Story:

Hildegard wünscht sich nichts sehnlicher als das eine ihrer drei Töchter ihr ein Enkelkind schenken möge. Doch Regina, Anja und Susanne sind ganz und gar nicht an der Nachwuchsplanung interessiert. Als Anreiz erklärt Hildegard an ihrem 60Geburtstag, dass diejenige die ihr als erstes einen Enkel schenkt, ihre Villa bekommen wird. Die drei Schwestern sind empört und schließen einen Pakt, nicht schwanger zu werden. Doch sie haben die Rechnung ohne ihre Partner gemacht. So spekuliert Reginas Ehemann, der sich verspekuliert hat auf die Villa und auch Anjas Freundin Karin erklärt ihrer Liebsten plötzlich, dass man sich mit dem Geld für die Villa ein schönes Leben in Brasilien ermöglichen kann und versucht ihr einen Samenspender zu suchen. Die beiden geraten darüber in Streit und Anja trennt sich von Karin, um dann in einem schwachen Moment im Bett des Nachbarn zu landen. Innerhalb einer Woche sind alle drei Schwestern schwanger und der Wettkampf wer als erstes ‚werfen’ wird beginnt. Schließlich gibt es eine Villa zu gewinnen.

Kommentar:
Einmal mehr versammelt die ARD seine üblichen Verdächtigen, darunter Ruth-Maria Kubitschek, Marita Marschall und Tina Ruland für eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme. Schnell ein Buch einer der vielen Hera Linds in ein Drehbuch verwandelt, ein paar laue Dialoge der Art ‚Ihr seit ein attraktives Paar, vor allem Du’ und fertig ist die gediegene Freitagabendunterhaltung. Der fette Pluspunkt des Filmes ist jedoch, wie selbstverständlich akzeptiert wird, dass Anja lesbisch ist. Ein kurzes „das ist Karin und ich lieb sie’ unterstützt von der Erklärung der Oma, dass das so ist, als sei sie mit einem Mann zusammen nur dass es keine Kinder gibt und schon ist das Coming out perfekt und man geht über zu wichtigeren Dingen, wie Geburtstagsfeiern und Enkekinder-einfordern. Auch bleibt Anja durch den Film hinweg lesbisch. Nach ihrem ihrem ‚Ausrutscher’ (der eigentlich nur dazu da ist die Lesbe ungewollt schwanger zu bekommen) versöhnt sie sich schnell wieder mit Karin und erleidet somit nicht das Schicksal vieler USA-Lesben die spätestens zum Ende des Films heterosexualisiert wurden. Lesben werden hier als ‚Normalos’ dargestellt, die weder intelligenter, witziger noch weniger geldgeil als der Rest der Bevölkerung sind. Ein Hoch auf die neue TV-Welt: Lesben sind sondern genauso beschränkt wie der Rest.

Production Infos

Wunschkinder und andere Zufälle, 90min, color 
Cast
Anja Reimund  Tina Ruland
Karin Schwarz  Gesine Cukrowski

 
Crew
director Thomas Jacob
script Ina Siefert 

Andy T. Hoetzel 
   

Gossip

Manchmal wünscht man sich, Schauspielerinnen würden ihre Rollen nicht immer kommentieren. 

So auch bei Gesine Cukrowski: "Die lesbische Karin ist eine sehr maskuline, herbe Frau. Die Figur hat mich gereizt, weil sie ein richtiger weiblicher Macho ist. Karins Charakter zu spielen, war für mich eine Herausforderung. Obwohl es letztendlich nicht schwierig war, eine Frauenbeziehung darzustellen."

Nach den anfänglichen typischen Bedenken (hier bitte den Standardsatz aus dem Handbuch 'Schauspielerinnen über lesbische Küsse' einfügen)dann die Erleichterung: "Wir stellten beide fest, dass es viel entspannter ist, eine Frau zu küssen. Es macht Spaß. Bei Kussszenen mit Männern hofft man, dass der andere eine solche Szene auch rein professionell sieht. Zwischen zwei heterosexuellen Frauen ist das natürlich kein Thema."

Wieso eigentlich ist es immer eine Herausforderung, eine andere Frau zu küssen? So langsam bekomt man den Eindruck, diese 'heterosexuellen' Frauen fänden es einfacher den K2 zu besteigen.

Für beide Schauspielerinnen ist es übrigens nicht die erste Erfahrung als 'TV-Lesbe'.

Tina Ruland sammelte in 'Zärtliche Begierde' ihre ersten 'Erfahrungen', während Gesine in 'Donna Leon: Venizianisches Finale' auch als Lesbe ungeküßt blieb.  

Das Lesbenpärchen ist auch in der Fortsetzung "Die Hochzeit meiner Töchter" wieder zu finden.

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