USA / Neuseeland, 1995-2001


Story

Ein Auftritt als böse Kriegerprinzessin in einer Doppelfolge von ‚Herkules’ reichte aus, um Xena so populär zu machen, dass sie ihre eigene Serie bekam. Im Gegensatz zu Herkules handelte es sich jedoch bei Xena um keine Heldenfigur mit weißer Weste, sondern um einen Charakter mit dunkler Vergangenheit, hatte sie in ihrer Karriere als Kriegerprinzessin doch zahllose Dörfer überfallen und Menschen brutal ermordet. Noch während ihres Auftrittes bei ‚Herkules’ erfuhr sie jedoch, indem sie ein unschuldiges Baby vor ihren eigenen Mannen rettete, ihre Läuterung. 

Zu Beginn ihrer eigenen Serie war Xena nun bereit, Buße für ihre Taten abzulegen, doch dass dies nicht mit einer Folge, geschweige denn einer Staffel getan sein würde, wurde von Anfang an klar gemacht. Es sollte ein langer und steiniger Weg werden. Doch alleine musste diesen die Kriegerprinzessin nicht beschreiten. Schon in der ersten Folge rettet sie mehrere Mädchen, unter ihnen ein Mädchen namens Gabrielle, vor einer Gruppe von Kriegern. Gabrielle wiederum durfte Xena gleich anschließend vor dem wütendem Mob rettet. Und ob Xena wollte oder nicht, Gabrielle entschied sich, mit der Kriegerprinzessin durchs Land zu ziehen. Denn für das Leben an der Seite eines Mannes in ihrem Dorf war sie nicht gemacht, Gabrielle wollte die Welt kennen lernen und eine berühmte Dichterin werden und wo konnte sie das besser als an Xenas Seite. 

Eine innige Freundschaft verband die beiden von Anfang an. Wie Yin und Yang komplettierten sie sich und dass sie sich beide liebten stand außer Frage. Sie selbst verkündeten es häufig genug. Doch ging diese Liebe über freundschaftliche, rein platonische Liebe hinaus? Die Fangemeinde spaltete sich und bekämpfte sich über diese Frage. 

Es gab zahlreiche Hinweise: Blicke, Berührungen, Händchenhalten, Umarmungen, Beteuerungen von ewiger Liebe und Freundschaft, unschuldige Küsse auf Wange oder Stirn und häufig genug waren die beiden bereit für einander im Kampf zu sterben. Sogar das Wort Seelenverwandte fiel das ein oder andere Mal. 

Es gab sogar Küsse, selbst wenn dies nie ‚wirkliche’ Küsse waren. Der erste ‚Kuß’ geschah, als Xena zum erstenmal tod war und ihre Seele im Körper des Diebes Autolycus Unterschlupf gefunden hatte. Sah man die Köpfe von Xena und Gabrielle sich in einer Höllendimension annähernd, so war es doch schlussendlich der Mann, der Gabrielle küssen durfte.

Weitere Küsse folgten: zum Beispiel bei einer Mund-zu-Mund Beatmung oder in der letzten Folge, als Gabrielle Xena durch einen Kuß wiederbelebendes Wasser einflößte. 

Xena war somit die erste Serie in der es ernstzunehmenden Subtext zwischen zwei weiblichen Hauptfiguren gab. Eine Tatsache die ihr zu einer großen Fangemeinde unter den Homosexuxena und in Frauengefängnissen verhalf.

Ganze Seiten im Internet sind gefüllt mit Szenenbeschreibungen, in denen der Subtext detailliert, Szene für Szene erfasst ist. Kann soviel Subtext zufällig sein? Und wenn nein, würde aus dem Subtext jemals Maintext werden?

Nur Autoren und Darsteller der Serie konnten darüber Auskunft geben und taten dies bereitwillig. Man war sich des Subtextes nicht nur bewusst, nein man spielte auch damit und versuchte ihn so weit wie möglich zu treiben. Aber über Subtext würde es wohl dennoch nicht hinausgehen, schließlich war man eine Familiensendung und wollte es auch bleiben (aber auch die lesbischen Zuschauer wollte man nicht verlieren). Oder wie es anders ausgedrückt wurde: Wer weiß schon, was Xena und Gabrielle offscreen treiben. 

Als dann die endgültig letzte Staffel anlief, erhofften sich die lesbischen Fans, dass es doch noch zu einer offizixena Liebeserklärung, die keinen Zweifel mehr zulassen würde, kommen würde. Schließlich gab es für die Macher nichts mehr zu verlieren und dass Lesben langsam ‚gesellschaftsfähig’ wurden hatten Willow & Tara bei Buffy bewiesen, die gerade ihr ‚Coming out’ feierten. 

Doch ein weiteres Mal wurden die Subtexter enttäuscht, zwar gab es wieder genug Subtext besonders aber selbst in der allerletzten Folge, in der Xena ihr endgültiges Ende fand, kam es zu keinem Kuß ohne Hintergedanken, rein aus Liebe heraus. Nein diesmal war es das lebensspendende Elixier, das durch einen Kuß eingeflößt wurde. In Anbetracht der treuen Fangemeinde und dessen, dass es nichts mehr zu verlieren oder gewinnen gab, ein feiges Unterfangen. 

Xena starb und diesmal endgültig und so durften Xena und Gabrielle ihre Liebe nie offen auf dem Bildschirm ausleben, dies blieb ihnen allein in den vielen Fanfictions, die über sie existieren, erlaubt. 

Production Infos

Xena: Warrior Princess, USA / Neuseeland, 1995-2001, 60 min, color
Cast
Xena Lucy Lawless
Gabrielle Renee O'Connor
Crew
Idee Rob Tapert

Links
Whoosh!
alt.tv.xena
Xena Online Research
Lesbian subtext in Xena Episodes
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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